Aktuelles zu E-Qalin

E-Qalin Version 4.0 zieht bereits Kreise

Seit September 2017 liegt E-Qalin in der aktualisierten Version 4.0 vor und ist in den Ausbildungen für E-Qalin ProzessmanagerInnen und E-Qalin ModeratorInnen bereits erfolgreich im Einsatz.

In einem umfassend koordinierten Prozess unter intensiver Einbeziehung der E-Qalin NutzerInnen und Erfahrungen aus E-Qalin Häusern in Österreich, Deutschland, Luxemburg und Slowenien wurden Änderungs- und Aktualisierungsbedarfe für die Neuversionierung von E-Qalin erhoben.

Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden von E-Qalin ExpertInnen systematisch in E-Qalin Handbuch und Modell eingearbeitet.

Dabei wurden auch relevante Entwicklungen in der Branche bzw. im Management und Qualitätsmanagement im Sinne eines „state of the art“ berücksichtigt. Im Folgenden sollen wesentliche Optimierungen der E-Qalin Version 4.0 vorgestellt werden.

E-Qalin ist schlanker

Wesentliche Zielsetzungen der Version 4.0 war den Zeitaufwand für die Selbstbewertung zu optimieren, da im Rahmen der E-Qalin Online-Befragung in Österreich 2014/15 Aufwand und Umfang der Arbeit mit E-Qalin als Herausforderung für regelmäßige Selbstbewertungen genannt wurden.

Die Reduzierung der Kriterienanzahl im E-Qalin Modell durch das Ausräumen von Redundanzen und die prozesshafte Zusammenfassung von Kriterien hat zur Reduktion der bisher 66 Kriterien auf nur noch 48 Kriterien in 24 Subperspektiven geführt. Ergebnisseitig wurden die Teilergebnisse von 25 auf 24 reduziert.

E-Qalin ist noch präziser

Im Bereich der Strukturen und Prozesse wurden Kriterien und Präzisierungen im E-Qalin Modell noch klarer voneinander abgegrenzt.

Im Bereich der Ergebnisse werden nun Ist- und Soll-Werte der gewählten Kennzahlen für vier (statt bisher drei) Perioden erhoben (mindestens drei Soll-Werte = 2 Punkte, ein Soll-Wert = 1 Punkt, nur Ist-Werte = 0 Punkte).

Definition und Erhebung der gewählten Kennzahlen sind im Selbstbewertungsformular nun in einem Feld zusammengefasst und können mit einer Abstufung bewertet werden. Bei der Darstellung des Trends in der Kennzahlenentwicklung gibt es die zusätzliche Möglichkeit, das Feld „schwankend“ anzukreuzen und entsprechend einer zu vereinbarenden Spielregel zu bewerten.

E-Qalin unterstützt den KVP

Die Version 4.0 bietet  noch konkretere Vorgehensweisen rund um den Umgang mit Verbesserungsvorschlägen im Rahmen des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Aufgabe der Kerngruppe ist, die aus den Fachgruppenbewertungen stammenden Verbesserungsvorschläge durch das Erstellen von priorisierten Maßnahmen bzw. durch sorgsam begründete Ablehnungen zu bearbeiten.

Verbesserungsvorschläge zu den Kriterien der Perspektiven BewohnerInnen und MitarbeiterInnen werden von der Kerngruppe ergänzt und in den Maßnahmen berücksichtigt.

Die Kerngruppe kann bereits vorhandene oder umgesetzte Maßnahmen entsprechend kennzeichnen bzw. bündeln und Verantwortlichkeiten sowie Prioritäten festlegen. Diese Arbeitsschritte unterstützt die E-Qalin Software nun unter anderem durch die Zugriffsmöglichkeit auf Fachgruppenbewertungen in der Zusammenführung und entsprechendem Raum für Verbesserungsvorschläge der Kerngruppe.

E-Qalin bringt Kriterien und Kennzahlen zusammen

In der aktualisierten Version von E-Qalin ist der Zusammenhang zwischen den Modellteilen Strukturen & Prozesse und Ergebnisse klar herausgearbeitet. Die Subperspektiven sind nun ident mit den Teilergebnissen und die Bezeichnung der Perspektiven wurde in den beiden Modellteilen angeglichen. Im Gesamtergebnis können im Bereich Strukturen und Prozesse und im Bereich Ergebnisse jeweils max. 576 Punkte erreicht werden. Im Feld „Check“ des Kriteriums ist nun auch die dem Teilergebnis zugeordnete Kennzahl angeführt.

E-Qalin ist noch näher an den BewohnerInnen

Ein zentrales Anliegen von E-Qalin ist die Förderung von Lebensqualität und die umfassende Berücksichtigung der Perspektive der BewohnerInnen in den Selbstbewertungen. Dies wurde in der Version 4.0 durch die Bezeichnung der Kriterien aus der Perspektive und in der Begrifflichkeit von BewohnerInnen noch verstärkt. Darüber hinaus sollen die BewohnerInnen selber noch stärker in den Selbstbewertungsprozess eingebunden werden – ein Vorhaben, das in Österreich in einer Pilotphase realisiert wird. Die Kerngruppe im jeweiligen Haus entscheidet über die Umsetzbarkeit einer solchen verstärkten Einbindung von BewohnerInnen, kann dazu aus mehreren Varianten wählen und wird dabei vom IBG als Service- und Evaluierungsstelle unterstützt. In der ersten Variante geht es darum, BewohnerInnen im Vorfeld zu befragen und diese Angaben entsprechend in die Selbstbewertung einzubeziehen und zu dokumentieren. Die zweite Variante ist eine punktuelle Einbeziehung von BewohnerInnen in Fachgruppen. Eine weitere Variante ist die Gründung einer Fachgruppe BewohnerInnen, in der Kriterien anhand zielgruppengerechter Fragestellungen bearbeitet werden. Hier geht es um das Sammeln von Verbesserungsvorschlägen der BewohnerInnen (keine Bepunktung).

Ausblicke

Die bisher gültige E-Qalin Version 3.2 kann noch bis 31. Dezember 2018 eingesetzt werden. Ab 1. Jänner 2019 gilt nur noch die aktuelle Version 4.0.

Für jene Häuser, die das „E-Qalin Qualitätshaus nach Selbstbewertung“ gemäß Version 4.0 beantragen möchten, wurden die Rahmenbedingungen konkretisiert. Neuerungen sind in diesem Zusammenhang die Mindestanforderung von 12 Kennzahlen sowie die Sicherstellung eines aktuellen E-Qalin Wissens im Haus durch Teilnahme der verantwortlichen Personen an E-Qalin Ausbildungen bzw. der E-Qalin komm.unity Österreich.

Für nähere Informationen zur E-Qalin Version 4.0 stehen die IBG – Institut für Bildung im Gesundheitsdienst GmbH bzw. die jeweiligen E-Qalin Bildungseinrichtungen in den EU-Ländern gerne zur Verfügung.